Am Wochenende 20. und 21. Juni 2026 veranstaltete die Abteilung Aikido des TV-Linkenheim einen internationalen Lehrgang mit Meister Takashi Kuroki (6. Dan Aikido, 5. Dan Toho Iaido, 5. Dan Judo). Der gebürtige Japaner lebt seit vielen Jahren in der Ukraine und reiste extra aus Kiew an, um in Linkenheim die defensive Kampfkunst Aikido zu unterrichten. An den beiden Trainingstagen waren Teilnehmende aus Deutschland, Frankreich der Ukraine und Spanien auf der Matte. Es war nach einer längeren Pause, bedingt durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine, der dritte Lehrgang mit Kuroki Sensei in Linkenheim.
Meister Kuroki zeigte und erklärte verschiedenste Aikido-Techniken, waffenlos sowie mit Stock und Schwert. Dabei legte er Wert darauf, nicht einzelne Techniken, sondern das System des Nishio-Aikido zu lehren und verständlich zu machen. Das Besondere dieser von Nishio-Sensei begründeten Stilrichtung des Aikido ist, dass alle waffenlosen Abwehrtechniken gegen einen Angreifer von den traditionellen japanischen Kampftechniken mit Schwert und Stock abgeleitet werden. Folglich wurde auch viel mit Holzschwert (Bokken) und Stock (Jo) trainiert.
Die Stimmung auf der Matte war trotz der Hitze hervorragend, die Verständigung mit den immer wieder wechselnden Trainingspartnern vielsprachig und klappte problemlos. In der Lehrgangspause wartete im Schatten nahe der Halle ein reichhaltiges Buffet und gekühlte Getränke auf die Sportler. Die Zeit bis zur zweiten Einheit am frühen Abend wurde zur Erholung aber auch für intensive Gespräche untereinander genutzt.
Fünf Mitglieder der Aikido-Abteilung des TVL nutzten die Anwesenheit des Meisters, um zwischen den beiden Trainingseinheiten am Samstag die Prüfung zum 3. Kyu Toho Iaido abzulegen.
Toho Iaido stellt einen Brückenschlag zu den klassischen japanischen Schwertkünsten dar und verdeutlicht so die Ursprünge des Aikido im Schwertkampf der Samurai.
Von den 15 von Nishio Sensei festgelegten Katas müssen für den 3. Kyu (Schülergrad) fünf gezeigt werden. Bei jeder Kata wird das Schwert gezogen und gegen einen oder mehrere imaginäre Angreifer eingesetzt. Danach wird die Klinge symbolisch gereinigt und wieder eingesteckt.
Alle fünf Prüflinge meisterten die geforderten Katas trotz des vorangegangen dreistündigen Lehrgangs und der in der Halle herrschenden Hitze. Im Anschluss gab es Lob und einige Hinweise für das weitere Training vom Meister. Am nächsten Tag zum Lehrgangsende erhielten Alexander Schneider, Bernd Bolz, Ines Bartnick, Mihail Valchev und Willi Schneider feierlich ihre Urkunden überreicht.

Das Lehrgangswochenende war ein lehrreiches und spannendes Erlebnis für alle Teilnehmenden. Neben der besonderen Erfahrung, bei einem japanischen Meister trainieren zu dürfen, war vor allem der Austausch untereinander besonders schön.
Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer für Auf- und Abbau, Mattentransport, Verpflegung und Fotografie. Neben den aktiven Mitgliedern der Abteilung waren auch Ehepartner sowie die Eltern unserer Aikido-Kinder mit eingespannt.
Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei Takashi Kuroki Sensei dafür, dass er die langwierige Reise von Kiew über Warschau bis nach Linkenheim auf sich genommen hat, um uns diesen unvergesslichen Lehrgang zu ermöglichen.
Kindertraining mit Takashi Kuroki Sensei
Am Montag nach dem Lehrgang bekamen auch die Aikido-Kinder Besuch von Takashi Kuroki Sensei. Alle waren sehr gespannt darauf, einen „echten“ japanischen Meister kennen zu lernen. Die ukrainischen Kinder freuten sich zudem darüber, dass der Meister in ihrer Heimat lebt. Nach der traditionellen japanischen Begrüßung und einem Spiel leitete Kuroki Sensei das Aufwärmen. Bei der Mobilisation der Gelenke wurde auf japanisch gezählt und viele japanischen Begriffe verwendet wie mae und ushiro (nach vorne und nach hinten), ue und shita (oben und unten) oder Kaiten (Drehung), die die Kinder mit der Zeit lernen sollen.

Danach übernahmen wie gewohnt Lars und Ines das Training, das zurzeit auf die erste Gürtelprüfung vor den Sommerferien vorbereitet, wobei der hohe Gast interessiert zuschaute. Als Höhepunkt durften sich die Kinder am Ende ihren Namen in japanischen Schriftzeichen vom Meister auf den Ärmel ihres Aikido-Anzuges schreiben lassen.
